Chronik

Die Central-Apotheke befindet sich im Ortsteil Friedrichsfelde im Osten Berlins, entstanden aus einem alten Angerdorf.

Friedrichsfelde war damals die größte Landgemeinde des Kreises Niederbarnim. Es wurde im Norden durch das Dorf Marzahn, im Westen durch Lichtenberg und Rummelsburg, im Süden durch Schöneweide und im Osten durch Biesdorf und die Wuhlheide begrenzt. 1820 lebten hier 596 Einwohner, deren Zahl sich 1840 bereits verdoppelt hatte.     

Die Central-Apotheke,  1876 in Friedrichsfelde gegründet, ist das Werk einer Reihe von Apothekern, jeder von ihnen erfolgreich darum bemüht, seinem Auftrag gerecht zu werden: für die Gesundheit der Patienten, die ihm vertrauten, da zu sein.

1866 Magnus Hube
1876 Oskar Hellmar             "Kronen-Apotheke"
1898 Otto Roth                   "Kaiser-Apotheke"
1910 Apotheker Schreiber    "Central-Apotheke"
1910 Paul Behrendt
1939 Bruno Vörtmann
1954 Walter H. Fiala
1966 Hans Heinrich Froböse
1975 Ursula Moritz
1988 Renate Schneidereit
1990 Helga Pfeifer
2004 Kathrin Behrendt 


1876

Am 19. Juni 1876 erfolgte die Ausschreibung ei­ner Apotheke für Friedrichsfelde.
Die Realkonzession erhielt der Apotheker Oskar Hellmar noch im gleichen Jahr und eröffnete 1877 die „Kronen-Apotheke" auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der damaligen Berliner Straße.
      
1881

wurde die „Kronen-Apotheke" in der Ber­liner Straße 40 an ihren zweiten neuen Stand­ort verlagert und 1898, also 17 Jahre später, als „Kaiserapotheke" ins Handelsregister ein­getragen. Otto Roth war der Besitzer.       

1910

Anschlie­ßend erhielt Apotheker Schreiber 1910 die Personalkonzession für diese Apotheke und be­nannte sie in „Central-Apotheke“ um.
Seit im Jahre 1910 der Name „Kaiserapotheke“ im Handelsregister gelöscht wurde, trägt unsere Apotheke ihren heutigen Namen Central-Apotheke!

Apotheker Paul Behrendt übernahm am 1. 4. 1910 die Central-Apotheke in der Berli­ner Straße 40 und erhielt am 29.4. die Realkonzession dafür.  Er war jüdischer Herkunft und stammte aus Breslau. Seine Ap­probation erhielt er in Braunschweig.

1927

erfolgte die Umbenennung der Berliner Straße in Straße Alt-Friedrichsfelde.



Berliner Straße, 1927 in Alt-Friedrichsfelde umbenannt

1932 wurde die Apotheke mit 2-jähriger Bauzeit revisionsfähig umgebaut und mußte dazu
auf die linke Seite des Hauses Nr. 40 verlagert werden.

1938

In der Progromnacht 1938 wurden die Scheiben zerschlagen. Es gilt jedoch als sicher, dass Paul Behrendt und seine 56-jährige Gattin noch vor dem 9. November nach Palästina auswandern konnten.
Nach dieser unheilvollen Novembernacht wur­de der Apotheker Bruno Vörtmann als Päch­ter eingesetzt. Am 24.10.1939 erhielt er die Personalkonzession für den Betrieb seiner Apotheke, nachdem er die Central-Apotheke lt. Kaufver­trag vom 24.8.1938 für die Sum­me von insgesamt 157 000 Mark gekauft hatte.
      
1944

Am 19.5.1944 wurde die Apotheke in Alt-Friedrichsfelde 40, also noch auf der gegen­über liegenden Straßenseite des heutigen Standortes, bei einem Bombenangriff bis auf die Kellerräume und wenige Teile der 1. Etage völlig zerstört. Noch 1944 baute Bruno Vörtmann in den heutigen Räumen, einem ehemaligen Frisiersalon, in Alt-Friedrichsfelde 90, seine neue Central-Apotheke aus und führte sie bis zu seinem Tode 1954.
Im selben Jahr verpachtete Frau Betty Vörtmann die Apotheke an Pharmaziemagister Walter H. Fiala. Er hatte an der Prager Universität studiert und war eine beliebte Persönlichkeit.
     
1965

Reichlich drei Jahre nach dem Mauerbau, am 1. Januar 1965, ging die Central-Apotheke in städtische Verwaltung über und wurde eine " Haushaltsorganisation des Rates des Stadtbezirkes Berlin-Lichtenberg, Abt. Gesundheits- und Sozialwesen".
Nach dem 4. Apothekertag 1968 begannen sich die zentralisierten Leitungsstrukturen auch im Apothekenwesen Berlin-Lichtenberg zu entwickeln. Mit der sozialistischen Planwirtschaft bildeten sich Leitungsinstrumente aus, die den einzelnen Apotheker als Leiter zunehmend entmündigten. Die Kaderhoheit, Buchhaltung, Gehaltsstelle, Arzneimittelkontrolle und vieles andere mehr wurden zentralisiert.
1966 übernahm Apotheker Hans Heinrich Froböse die Leitung der Apotheke.

1976

erfolgte die Umbenennung der Straße "Alt-Friedrichsfelde" in "Straße der Befreiung".

Im Zusammenhang mit der Rekonstruktion der alten Häuser dieser Straße von 1979 - 1984
und Bau des Autotunnels wurde die Central-Apotheke in 16-monatiger Bauzeit mit zwischenzeitlicher Auslagerung ins damalige "Ambulatorium Dr. Herbert Baer" umgebaut. Dazu wurden 4 neue Räume des Nachbarhauses Nr. 91 , ehemaliger Kolonialwarenladen, mit einbezogen.
In dieser schwierigen Zeit führte Frau Apothekerin Ursula Moritz die Apotheke.
Angesichts der jetzigen Apothekendichte ist es erstaunlich, daß die Central-Apotheke in den DDR-Zeiten zweimal (in den 60-iger und 80-iger Jahren) aus Rationalisierungsgründen geschlossen werden sollte.

1989

Die gesellschaftspolitische Wende 1989 machte die Privatisierung von Apotheken wieder möglich.
Zum 1.Juni 1990 übernahm Frau Apothekerin Helga Pfeifer die staatliche Leitung der Central-Apotheke. Sie hatte an der Humboldt-Universität Berlin studiert (Approbation 1968),
qualifizierte sich 1978 zum Fachapotheker für Allgemeinpharmazie und wurde 1983 mit dem Titel Pharmazierat ausgezeichnet.
Im Oktober 1990 erhielt sie von der Senatsverwaltung die Option zum Kauf und darauffolgend die Betriebserlaubnis, sodaß die Apotheke nach einem Übernahmeinventur-
schließtag am 1.3.1991 wieder als Privatapotheke eröffnet werden konnte.



Unser Team am 1.3.1991

Der Einstieg in die Marktwirtschaft mit seiner Fülle von für uns neuer BRD-Arzneimittel -gesetze und seiner Arzneimittelflut von ehemals 2000 auf mehr als 100 000 Artikel konnte nur mit neuen Organisationsformen und mit moderner Computertechnik bewältigt werden. Die Apotheke wurde hinter ihrer historischen Fassade in nur 4 Wochen zu einer modernen Apotheke umgebaut.
Währendessen zeigten unsere Kunden viel Verständnis für den "Notverkaufsraum" !

2001

Das 10-jährige Jubiläum unter Frau Pfeifer konnte würdevoll gefeiert werden. Das Mitarbeiterteam war zu einem harmonischen Miteinander gewachsen.
Um die Beratung für unsere Kunden zu erhöhen, nahmen alle Teammitglieder regelmäßig
an Fortbildungen teil. Die Kundenkarte wurde eingeführt und vielfältige Serviceleistungen, Seminare u. a. m. wurden angeboten.
In der Nacht zum 21. März 2001 kam es zu einem Schwelbrand, der die Apotheke vewüstete. Mit übergroßer Einsatzbereitschaft des gesamten Teams wurde die Funktionsfähigkeit innerhalb von drei Wochen wieder hergestellt.


von links: Frau Kube, Frau Thierbach, Frau Schneidereit, Frau Pfeifer,
                Frau Nitschke, Frau Düring, Frau Berg, Herr Pfeifer

2004

Generationwechsel ist angesagt:
Die Tochter, Frau Apothekerin Kathrin Behrendt, übernahm
nach 2-jähriger Pacht am 1.3.2004 die Apotheke.

Ich möchte mich kurz vorstellen: Aufgewachsen in Friedrichsfelde, im Rosenfelder Ring, habe
ich nach dem Abitur das Lehrerstudium für Mathematik und Chemie in Güstrow absolviert und einige Jahre später an der Humboldt-Universität Pharmazie studiert. 1998 erhielt ich meine Approbation und arbeitete einige Jahre als Apothekerin in Magdeburg.

In der heutigen Zeit voller Gesundheitspolitischer Veränderungen ist für unser Team die
zuverlässige Arzneimittel- und Gesundheits-Beratung nach neuesten Erkenntnissen der besondere Schwerpunkt.
Wir haben uns auf verschiedene Gebiete spezialisiert, wie

  • Diabetikerberatung
  • Impfberatung für Standard- und Reiseimpfungen
  • Empfehlung pflanzlicher Mittel
  • Beratung zu Homöopathie und Schüßlersalzen
  • Ernährungsberatung

Seit November 2005 ist unsere Apotheke nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert und wendet das Qualitätsmanagment in der täglichen Praxis an.



Viele interessante Einzelheiten zur 130-jährigen Tradition können Sie
gern in unserer ausführlichen Chronik nachlesen.
Sie liegt in der Apotheke für Sie bereit.


Weitere Auskunft über Berlin- Friedrichsfelde